Die weiße Nonne im Wallenborner Wiesengrund

Unter den zahlreichen Heiligenhäuschen auf der Bücheler Flurgemarkung führt merkwürdiger-weise nur das im Wallenborner Wiesengrund gelegene den Namen "Kirchlein". Von der Bachbrücke schlängelte sich ein Wiesenpfad hinauf in den Wallenborner "Päsch", an dessen äußerem Ende auf sanfter Anhöhe inmitten von Heckengestrüpp sich das zusehends zerbröckelnde Heiligenhaus verbirgt.
Das Wallenborner Wiesental und die umliegenden fruchtbaren Flurgewanne bilden uralten Kulturboden. Der "Born der Walen" oder keltischen "Welschen" lockte schon die Jungsteinzeitbauern hier zum Siedeln. Beim Einebnen der Wiesen deckte man ein fränkisches Hügelgrab auf und stieß dabei auch auf die Reste einer Römervilla mit eingebauter Wasserleitung und Heizung. In der geräumigen Grabkammer fand man Hufeisen, Steigbügel, Urnen, Töpfe und Vasen. Der Steffesbauer entnahm dem gewölbten Grabhügel allein 20 Wagen Basaltsteine, die er daheim zum Pflastern von Hof und Stall verwandte. Altüberlieferte heimische Kulturbräuche deuten darauf hin, daß an der Stelle des heutigen Kirchleins in fränkischer Zeit ein Nornen- oder Freyaheiligtum stand, wahrscheinlich früher schon eine keltische Matronenkapelle, die schließlich zur christlichen Marienkultstätte wurde. Die Sonntagswallfahrten aus den Dörfern der Umgebung, namentlich von Frauen und Mädchen, waren früher sehr rege, oft beteiligten sich die ganze Familie daran.

Obschon alte Urkunden von einer Michaelskapalle im Wallenborn berichten, stand hier nach volksmündlicher Überlieferung ehemals ein Kloster. Grasbewachsene Mauerreste sind noch vorhanden. Der Sage nach rettete sich in dieses Kloster, das eine Asylstätte war, während des 30jährigen Krieges eine von französischen Soldaten verfolgte Jungmagd aus Jörgweiler, indem sie in letzter Not durch das Fenster in die Klosterkapelle sprang. Dabei verletzte sie sich ein Bein so schwer, daß sie zeitlebens hinkte. Als Nonne wurde sie dann später zur Wohltäterin der Lutzerather Höhe.

Das Kirchlein zerfiel mehr und mehr. Im ersten Weltkrieg gelobte eine Witwe, es wieder aufzubauen, wenn ihr Sohn glücklich aus Kriegsgefangenschaft heimkehrte. Als einen offensichtlichen Fingerzeig des Schicksals empfand man es daher, daß bei der späteren Landzusammenlegung eben dieses Gelände mit dem Kirchlein dem heil heimgekehrten Gefangenen als Eigentum zufiel.

Wenn im Frühjahr und Herbst die Nebel im Wallenborner Wiesental brauen und in grauen Schwaden die sanften Hügelhängen hinaufkriechen, dann humpelt dort die tote Nonne in weißer Kutte aus dem zerfallenen Gemäuer durch Wiesengrund und Fruchtäcker. Man heißt sie auch Schleierfrau, Kinkelmutter oder einfach Spinnerin. Sie hält wie einst als gütige Kloster- frau die Wiesen und Saatfelder ringsum in treuer Obhut. Und wer auf einem nächtlichen Gang zur Wehmutter nach Gevenich am Parzenkreuzer Dreiweg in die Irre geht und drunnten im Wiesental landet, den weist die Schleierfrau behutsam auf den rechten Weg zurück. Auch wer ihr sonst unversehens im behutsam auf den rechten Weg zurück. Auch wer ihr sonst unversehens im wehenden Nebelschleier begegnet, dem kündet die weiße Muhme Hausfrieden, Glück und Segen in Heim, Hof und Stall an, auf daß ihm die Kinder geraten und die Haustiere gedeihen. Jungen Mädchen deutet ihr unverhofftes Erscheinen auf künftiges Liebes- und Familienglück, gesegneten Müttern aber Trost und Zuversicht für ihre kommende schwere Stunde.

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