St.Mauritius auf d. Speicher

Als die Pfarrkirche zu Büchel vollendet war, trug man die heiligen Geräte und Statuen aus der baufälligen Vikariekirche zu Georgsweiler in das neue Gotteshaus. Nur die Reiterstatue des hl. Mauritius, die aus Morschweiler stammte, vergaß man. Die Kinder des Dorfes kamen an Sommertagen und führten das vereinsamte, hölzerne Pferdchen auf dem unbetretenn, grasigen Kirchplatz zur Weide. Eines Abends schleppten es zwei Geschwister verstohlen mit heim, um es für ihre Spiele näher zu haben. Als die Kinder groß geworden, stellte der Vater das Reiterbild des Heiligen auf den Speicher unters Dach.

Mauritius gefiel es auf diesem für einen Himmelsbewohner so unwürdigen Platz durchaus nicht. Es war staubig und eng; Spinnen und Mäuse liefen an ihm empor. Der Hauskater wischte auf seinen nächtlichen Jagdzügen mit dem Schwanz unehrerbietig am Kopf des edlen Pferdes vorbei. Sehnsuchtsvoll schaute Mauritius tagtäglich durch die Dachluke zur schönen Pfarrkirche hinüber, aber niemand ermöglichte ihm die Reise dorthin.

Eines Tages merkte nun der Bauer, daß sein Hafer, welcher Mauritius gegenüber in der Speicherecke aufgeschüttet lag, immer mehr abnehme. Zunächst vermutete er in den Mäusen die Räuber und hielt sich Kater und Katzen. Als aber dennoch der Haferberg weiter zusammensank, dachte er es seien die bösen Spatzen, die ihn so schädigten. Er ließ daher sein Strohdach neu ausbessern und Drahtnetze vor de Luken ziehen. Auch das war verlorene Mühe. Der Hafer ging unaufhaltsam zur Neige.

In seiner Not bat der Bauer zwei beherzte Männer, auf seinem Speicher eine Nacht mit ihm zu wachen. Auf diese Weise müsse man hinter den geheimnisvollen Dieb kommen, sei er nun ein Tier oder n Mensch oder ein Geist. Und der Bauersmann hatte echt. – Bis Mitternacht konnten die ruhig im Stroh versteckten Männer nicht gewahren. Als es aber unten in der Stube zwölf schlug, da wurden sie Zeugen eines seltsamen Wunders; In die hölzerne Statue kam Leben. Mauritius gab seinem Schimmel die Sporen. Das Tier sprang von der Mauer herab und galoppierte nach der anderen Ecke mitten in den Hafer hinein. Das Rößlein fraß sich tüchtig satt und trabte dann gemächlich in seine Ecke zurück. Dort angekommen, wurden Roß und Reiter wieder zu Holz. – Gleich am andern Morgen ließ sich der Bauer, noch bleich vom Schrecken der Nacht, vom Küster die Kirche aufschließen und trug das Holzbild auf seinen eigenen Armen hinein. Seit jedem Tag hat Mauritius wieder einen ehrbaren Aufenthalt, wie es sich für einen Heiligen geziemt. Von dem guten Hafer ist sein Schimmel heute noch stark und rund. Und die Kindlein, die die Mütter mit in die Kirche nehmen, strecken die Händchen zu ihm empor und lallen: „Schön Pferdchen, schön Pferdchen!"


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