Zwei Knaben für 2 Heilige

Vor dreihundert Jahren war der heutige Pfarrort Büchel ohne Kirche und Kapelle. Manches beißende Wort konnte man auf den Nachbardörfern über seine Bewohner hören. Aber die Sticheleien hatten ihr Gutes: Es wurden Pläne gemacht, es wurde gesammelt und schließlich gebaut. Ein hehrer Dom war es zwar nicht, was entstand; es war ein einfach schönes Kapellchen. – Sie weihten das Gotteshäuschen den heiligen Aposteln Simon und Juda. „Das sind wenig verehrte Heilige," sprachen sie, „die werden sich freuen, daß wir sie zu Ehren bringen und uns segnen an Leib und Seele."
Die Kapelle stand. Aber die Spötter in der Nachbarschaft wurden nicht still. Früher hieß es: „Diese Heiden haben nicht einmal eine Kapelle," und jetzt: "Das ist kein Gotteshaus, das ist ein Schneckenhaus." Da taten die Bücheler tief erregt einen Schwur: „Was unsere Kapelle an Größe fehlt, das soll sie gewinnen an Pracht." – Zunächst beschlossen sie, zwei Statuen der beiden Patrone zu bestellen. Glanz und Kostbarkeit der neuen Kunstwerke sollten alles Gespött totmachen. Ein Drechsler aus der nahen Stadt Cochem hörte von dem Beschluß und bewarb sich um die Arbeit. Er wurde kurz abgewiesen: "Unsere Heiligen dürfen nicht herkommen, wo unser Pfeffer und Salz herkommt." Nach langen, sorgfältigen Erkundigungen hörten die Leute von einem fernen Kloster namens Himmerod; dort sei die echte, große Kunst daheim. Sie wurden daher einig, sich dahin zu wenden.

An einem sonnigen Frühlingsmorgen setzten sich drei Männer aufs Pferd und ritten hinaus nach Himmerod. In Lutzerath machten sie Halt zu einem Frühstück. In der Schenke saß auch der Drechsler des Ortes. Er fragte nach ihres Rittes Zweck und Ziel. „Warum," sprach er, als er Bescheid hatte, „warum laßt ihr euer Geld nicht auf unserer Höhe, was tragt ihr’s zu den reichen Mönchen in die Ferne?" „Sei ruhig," erklärten die drei, „für unsere Holzlöffel und Erbsenstößer kommen wir, wie du weißt, zu dir. Aber für unsere Heiligen reiten wir nach Himmerod."

Gegen Mittag des nächsten Tags sahen die Männer vom Höhenrand herab die Kirche von Himmerod zu ihren Füßen. Wenige Augenblicke später traten sie durch das reiche Portal in den Riesenbau ein. Sprachlos, mit verhaltenem Atem bestaunten sie die Zauberpracht des gewaltigen Doms. Mit den Händen griffen sie, vergeblich messend, nach oben. Wie hoch und weit waren doch diese Räume! Sie fühlten an die Pfeiler. Wie kalt und fest trotzten sie und sanftem Silber. Sie schauten empor, bis ihnen der Nacken weh tat. Und aus den Nischen traten strahlende Heilige hervor, begeistert, wie im Siegestanz. „Schönere kann es im Himmel nicht geben," flüsterten die drei, „das sind die richtigen!"

Nur mit Gewalt rissen sich die Männer von dem lockenden Glanze los und gingen zum Kloster nebenan. Von der geschauten Pracht waren sie jedoch so verschüchtert, daß keiner als erster eintreten wollte. So husteten sie denn ein paarmal, ob vielleicht jemand sie höre und öffne. Sie erreichten ihren Zweck. Ein Bruder machte auf und führte sie, nachdem sie ihren Wunsch herausgestottert, in die Werkstätte des Klosters. Einem ehrfurchtsgebietenden Greise trugen sie ihre Pläne vor: Glänzen sollten die neuen Heiligen mindestens wie jene in der Klosterkirche und fertig sein sollten sie acht Tage vor Simon und Juda im Herbst. „Und vor allem," sagte der Kühnste von den dreien, „macht die Keule des heiligen Juda recht kräftig, damit die Kinder Furcht bekommen und Ruhe halten in der Kirche." Lächelnd und alles zusagend entließ der Bruder die prächtigen Leute.

Im Herbst zu festgesetzten Zeit ritten die drei wieder nach Himmerod. Zwei Knaben im Alter von zwölf oder dreizehn Jahren – genau weiß man’s nicht mehr – saßen vor ihnen in den Sätteln. Ihre Väter hatten während des Sommers so oft Reichtum und Schönheit von Himmerod gerühmt, daß die Jungen sich durchaus nicht abweisen ließen und mitgenommen werden mußten.

Im Kloster waren die beiden Holzbilder fertig und fanden das einstimmige Log ihrer Besteller. Die Männer frugen nach dem Preise. Der Bruder nannte eine mäßige Summe. Währenddessen hatte sich der hochwürdige Vater Abt, der auch zugegen war, die beiden Knaben angesehen und an ihren klugen Augen Gefallen gefunden. „Wie wäre es," fiel er dem Bruder und den Bauern in die rede, „wie wäre es, wenn ich das Geld erließe? Wir brauchen so viele Brüder in unserem Kloster: Gebt uns die zwei Knaben für die zwei Heiligen!" – Die Männer stutzten eine Weile, dann aber dachten sie, selbst der Adel bringt seine Söhne nach Himmerod, und waren dem Abte zuwillen. – „Ich danke euch, Männer," sprach der hohe Herr. „Die Knaben gehen jetzt noch mit euch heim, um ihren Müttern Lebewohl zu sagen. Nach acht Tagen erwarte ich sie hier."
Gottesdienste 

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