Ortschronik 1. Teil

Aus Urzeit steigt ein Dorf heraus

Büchel (Morschweiler u. Georgsweiler) im Spiegel der Geschichte verbrannter Akten - magere Quellen.

Die Quellen über Entstehung, früheste, frühe und auch spätere Geschichte und Besiedlung Büchels einschließlich seiner älteren Ortsteile Morschweiler und Georgsweiler sind l;ußerst spärlich bis zum Jahre 1051 nach Chr. Bis zu diesem Zeitpunkt sind bisher überhaupt keine Urkunden und schriftlichen Aufzeichnungen darüber bekannt geworden. Dies ist ja auch verständlich, denn während des 30jährigen Krieges 1618 - 1648 wurden auf Anweisung der kirchlichen Behörden alle Urkunden und Akten der Pfarrei Alflen (zu der damals zumindest Georgsweiler, wahrscheinlich aber auch schon Morschweiler gehörten) um sie zu retten und zu erhalten ins Kapuzinerkloster nach Cochem gebracht. Als dann im Jahre 1689 die Franzosen (im 3. Raubkrieg Ludwig XIV. von Frankreich) von zwei Seiten her, von Lutzerath und durch das Enderttal auf Cochem zurückten, nahmen sie die Stadt nach einer Beschießung ein, dabei ging das Kloster in Flammen auf, wobei alle hier geborgenen Akten verbrannten.

Im August 1849 verbrannten zudem leider auch die Bücheler Gemeindeakten in der Gemeindekiste beim damaligen Gemeindevorsteher

Altere Steinzeit 10.000 - 5.000 vor Christi Geburt

Bis in die Altsteinzeit (10.000 - 5.000 v. Chr.) reichen die Anfänge menschlicher Kultur auf unseren Heimatfluren Büchels zurück. Die Steinzeitmenschen, die damals hier lebten, besser gesagt unser Heimatgebiet als primitive Jäger und Sammler durchstreiften, standen wohl noch auf sehr niedriger Kulturstufe. Mindestens 15 von den 24 Tagesstunden mußten sie aufwenden, um ihren Hunger auch nur notdürftig zu stillen. Sie erlebten noch die Eifelvulkane in Tätigkeit. Diese Steinzeitmenschen benutzten in ihrem schweren Kampfe ums Dasein einfache Waffen und Werkzeuge aus umherliegenden Steinen, die sie roh zum Gebrauch zurechtschlugen. Von größeren harten Steinen wurden kleinere abgesplittert und zu Faustkeilen, Handbeilen, Hämmern und später auch zu Messern, Lanzen und Pfeilspitzen, Bohrern und Schabern verarbeitet. Diese Steinbeile waren unseren Vätern und Großeltern noch unter dem Namen "Donnerkeile" bekannt. Die später hier siedelnden Franken meinten nämlich, diese habe der germanische Bauerngott Donar oder Thor im Gewittersturm auf die Äcker geschleudert um ihnen Fruchtbarkeit zu verleihen.

Die Altsteinzeitmenschen hatten als rastlose Jäger noch keine feste Wohnsitze, sondern folgten denen von ihnen gejagten Wildtieren, dem Elch, dem Renntier, dem Uhr, dem Wisent, dem Wildpferd, dem Mammut, dem Riesenhirsch, dem Höhlenbär, dem Wolf und der Höhlenhyäne. Sie waren gerade noch Augenzeugen der letzten Eiszeit, der dann folgenden allmählichen Milderung des Klimas, sie sahen noch die vulkanischen Ausbrüche der Falkenlay bei Kenfus. Höhlenwohnungen und offene Siedlungsplätze inmitten der damaligen heimatlichen Urwälder dienten ihnen nur solange als Unterschlupf und Rastort, als es der Wildbestand und das Vorkommen der Wildfrüchte in der Umgebung es erlaubte. In unserer näheren Heimat ist bisher auch nur eine einzige Höhle aus der älteren Steinzeit gefunden worden, die Falkenlaygrotte bei Bad-Bertrich. Aber zahlreiche Bodenfunde bezeugen unwiderleglich, daß die älteren Steinzeitinenschen die heutige Gemarkung Büchels wohl nicht nur durchstreiften, sondern sicherlich auch als Unterschlupf und Rastortgebiet benutzten.

Ich erinnere mich aus meiner Bücheler-Schulzeit (1907 - 1915), daß uns in der Volksschule Faustbeile oder Handkeile, sogenannte Donnerkeile aus Feuerstein, die auf den Bücheler Gewannen gefunden worden waren, im Geschichts- oder Heimatkundeunterricht gezeigt wurden.

Im Jahre 1935 (Flurbereinigung) fand man bei der Neulegung der Burbachbrücke in der untersten Sumpfschicht ein Steinhandbeil ohne Schäftloch. Es war scharfgeschliffen und bestand aus einem nicht einheimischen grauen Stein. Ein frühzeitlicher Jäger hat es hier wohl beim überspringen des Baches verloren, wo es dann Jahrtausende im Sumpf überstand. In den mittleren Bodenschichten der Brücke fand man gleichzeitig einige römische oder fränkische Hufeisen.

Im Jahre 1936 fand ein Schuljunge auf einem Acker hinter Morschweiler ein fein bearbeitetes Steinbeil aus rot-braunem, nicht einheimischem Stein, an dem die Bearbeitungsspuren deutlich zu erkennen waren. Beide Funde sind leider beim Schulumbau verlorengegangen.

Im Jahre 1947 fand Hauptlehrer i.R. Brändle in seinem Acker neben seinem Hause "auf der Kloop" ein handliches und scharfgeschliffenes Handbeil von 11 cm. Länge aus grauem Stein, ferner einen wetzsteinförmigen geschliffenen rot-braunen Faustkeil, von 12 cm Länge, und zuletzt noch einen kleinen 5 cm großen Schaber aus grauem Stein (zum Abschaben der Fleischreste an Tierfellen).

Ich habe diese letzten Funde eingehend in Augenschein genommen und festgestellt, daß es sich bei ihnen einwandfrei nur um Werkzeuge aus der Altsteinzeit handeln kann. Das zuerst erwähnte Handbeil könnte vielleicht auch erst aus der Jungsteinzeit stammen.





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