Ortschronik 2. Teil

Jüngere Steinzeit 5.000 - 2.000 vor Christi Geburt

Der Norden Europas war vor dieser Zeit noch bis zur Nordgrenze der Eifel mit großen Eisgletschern bedeckt. Im laufe der Jahrhunderte traten diese jedoch immer mehr zurück, das bewirkte klimatische Veränderungen in unserer Heimat, so daß das Jagdwild weiter nach Norden zog, dem dann die steinzeitlichen Jäger folgen mußten.

Von Süden, Südosten und Osten kamen neue Volksstämme, Hirten, Jäger und auch schon Ackerbauern. Während die fruchtbaren Flußniederungen der Mosel und des Rheines sowie des Maifeldes die Ackerbauern lockte, fanden die Jäger, Hirten und Viehzüchter in der Eifel üppige Weiden und ausgedehnte Wälder mit Jagdwild. Die Werkzeuge und Waffen jener Zeit waren zwar auch noch aus Stein aber sie waren schon besser verarbeitet, geschliffen und teilweise durchlocht, so daß man Holzschäfte daran befestigen konnte. Zum Zerreiben der Getreidekörner dienten Mahlsteine aus Basaltlava. Die Töpferei kannte man schon, jedoch wurden die Gefäße (Urnen, Krüge usw.) mit der Hand ohne Töpferscheiben geformt und an offenen Feuern gebrannt. Auch spinnen, weben und flechten konnte man schon.

Bodenfunde aus dieser jüngeren Steinzeit sind jedoch bisher in unseren Gegenden ziemlich spärlich, sie wurden bis jetzt nur in Kaisersesch, im Ellerbachtal und bei Karden geborgen. Besonders reich ist aber das Maifeld an Siedlungsresten aus dieser Zeit. Die jüngeren Steinzeitmenschen bestatteten ihre Toten teils in Hockestellung, teils wurden sie auch verbrannt und dann die Asche in einer Urne beigesetzt. über der Begräbnisstätte errichtete man Grabhügel.Im Jahre 1935 anläßlich der Landzusammenlegung fand der Schuhmacher Junglas aus Büchel in der Überfahrt einen alten Mahlstein aus Basalt, der sehr gut erhalten war und etwa 50 - 60 cm Durchmesser hatte. Diese Handmühle gab Junglas Herrn Hauptlehrer Brändle. Leider ist sie dann ebenfalls beim Schulumbau verloren gegangen. Ob dieser Mahlstein schon aus der Jungsteinzeit, aus später Keltogermanischer Zeit oder erst aus der Römerzeit oder Frankenzeit stammt, läßt sich natürlich nun nicht mehr feststellen. Junglas berichtete, daß er an der Fundstelle auch auf Mauerreste gestoßen sei. Es könnte möglich sein, daß hier an der Überfahrt trotz der Nähe des Wallenborn noch ein römisches Landhaus oder aber ein späteres keltisches oder fränkisches Bauernhaus gestanden hat.

Als um die Mitte des ersten vorchristlichen Jahrhunderts unser Gebiet unter die Botmäßigkeit der Römer kam, begann auch für unsere Heimat die geschichtliche Epoche. Politisch wurden damit unsere Vorfahren zwar römisch, nicht aber kulturell. Die Rücksicht der Römer auf völkische Eigenarten und großzügige Duldung der einheimischen Kultur gewährten der eigenen artgemäßen Weiterentwicklung großen Spielraum. Vieles wurde zwar den Römern von jetzt ab nachgeahmt, doch blieben Sprache, Religion, Sitten, Bräuche, Kleidung und Bewaffnung durchaus keltisch-germanisch.

Die Eifelvulkane erloschen und die Natur nahm allmählich ein der heutigen Zeit entsprechendes Bild an, die jüngere Steinzeit (5.000 - 2.000 v.Chr.) begann.


-Römische Zeit---(50 v.Chr. bis 450 n.Chr.)


Der Weinbau an der Mosel wurde hoch entwickelt. Cäsar schildert in seinem bekannten Werk über den Gallischen-Krieg unser Gebirgeland als ein großes bewaldetes Gebiet, als zum Ardennenwald gehörig, der sich in einer Ausdehnung von mehr als 500 Meilen mitten durch das Gebiet der keltischen Treverer bis zu den Ufern des Rheines erstreckte. Sicher fanden sich in diesem Gebiet einzelne unzusammenhängende Siedlungen und Gehöfte, die jedoch den Zusammenhang des Waldes nicht aufhoben. Gewiß werden sich dann aus einigen dieser Gehöfte im laufe der Jahrhunderte Dörfer entwickelt haben. Die vorhandenen Namen wurden meist beibehalten. oder mit der lateinischen Endung VILLARE = Weiler versehen. Jedenfalls scheint es den Römern auf dem Büchel wenigstens in seinen Wiesentälern ausnehmend gut gefallen zu haben, denn wir finden in der Gemarkung nachweisbar mindestens vier, wenn nicht gar sechs oder sieben römische Landhäuser aus Steinen gebaut, die angeblich nach der bisher herrschenden Geschichtsauffassung von entlassenen ehemaligen Soldaten bewohnt wurden, die das umliegende Land selbst bebauten oder bebauen ließen, vornehmlich aber Viehzucht (Weidewirtschaft) betrieben. Diese römischen Soldatenbauern haben die alteingesessenen keltogallischen oder germanischen Bauern aber keineswegs verdrängt oder vertrieben. Römische Landhäuser standen nachweisbar im Sürchen, im Wallenborn, in der Pahlbach, in der Mohrenbach, sehr wahrscheinlich aber auch in der Scherrelswiese, am Armelborn, im Morschweiler, Schlüssel und an der Überfahrt. An Büchel führte die alte Römerstraße vorbei, die an beiden Seiten von zahlreichen Hügelgräbern begleitet ist.






Verkehrsamt Ulmen
Verbandsgemeindeverwaltung Ulmen
Marktplatz 1
56766 Ulmen

Telefon: 02676/409-0
Fax: 02676/409-500
Kontakt
Ortsgemeinde Büchel

Ortsbürgermeister Willi Rademacher Birkenstraße 3 56823 Büchel

Tel: (0 2678) 910 555
Zum Kontaktformular

Virtueller Rundgang
Erleben Sie einen virtuellen Rundgang durch unseren Ort