| |
|
Vom eigentlichen Fliegen, über die Wetterberatung und die Feuerbekämpfung bis hin zur Platz- und Landekontrollstelle erstreckt sich der Aufgaben- und Zuständigkeitsbereich der Fliegenden Gruppe. In ihr sind alle Einheiten zusammengefaßt, die direkt an der Durchführung und Überwachung des Flugbetriebes beteiligt sind.
|
|
Sie wird geführt vom Kommandeur Fliegende Gruppe, selbst ein erfahrener Pilot, der verantwortlich ist für den reibungslosen Verlauf des Flugbetriebes. Er muß sein Augenmerk jedoch auch auf das Erreichen und die Aufrechterhaltung einer hohen Einsatzbereitschaft und eines guten Ausbildungsstandes "seiner Jungs" richten.
Dazu untersteht ihm ein Stab von Fachleuten für verschiedene Sachgebiete wie z.B. Einsatz, Waffen, elektronische Kampfführung oder Simulatorausbildung. Die vier Teileinheiten der Fliegenden Gruppe, d.h. die 1. und 2. Fliegende Staffel, die Geophysikalische Beratungsstelle sowie die Flugbetriebsstaffel sind zur Durchführung des täglichen Übungsflugbetriebes auf kontinuierliche und enge Zusammenarbeit angewiesen. Dies beginnt schon beim frühmorgentlichen "Einsatzbriefing", das im Gefechtsstand der diensthabenden Staffel abgehalten wird. Dort erläutert ein Mitarbeiter der geophysikalischen Beratungsstelle den ca. 20 Besatzungen (Pilot und Waffensystemoffizier, kurz WSO). Die Flugwetterlage. Diese ist ein entscheidender Faktor bei der Flugplanung, da zum Beispiel Tiefflug erst ab einer Flugsicht von 5km möglich ist. Anschließend informiert ein Soldat der Flugbetriebsstaffel über die Ausweichflugplätze und deren Status, über zeitlich begrenzte Flugbeschränkungsgebiete sowie, falls vorhanden, über Einschränkungen der örtlichen Start- und Landehilfe, deren Betrieb und Wartung ebenfalls in den Zuständigkeitsbereich der Flugbetriebsstaffel fällt. Nach letzten Erläuterungen des Einsatzoffiziers der Staffel zum Flugbetrieb, z.B. zum sogenannten "Crewing", d.h. welcher Pilot mit welchem WSO an diesem Tag fliegt, beginnt dann die Planung der Flugrute durch die Besatzung. Sie bedienen sich dabei modernster Computertechnik. So muß der Flugweg aus Sicherheitsgründen zwar noch "von Hand" auf die Karte gezeichnet werden, anschließend werden Änderungen die Daten jedoch mit Hilfe des Computers auf einen Musikkassetten ähnlichen Datenträger geladen, der dann vom Bordcomputer des TORNADO eingelesen werden kann. Während Ihrer Planung stehen die Piloten und WSO's über eine Kabelfernsehverbindung in ständigem Kontakt zur Geophysikalischen Beratungsstelle, um auch plötzliche Wetterveränderungen berücksichtigen zu können. Wenn die Flugrute dann steht, d.h. die Arbeit am Kartentisch und Computer beendet ist, setzen sich die "Front- und Backseater" zu einer letzten Besprechung zusammen. Zuvor übermittelt der WSO jedoch noch die Einzelheiten der Flugrute an das Personal der Flugabfertigungsstelle, das alle Beteiligten Flugsicherungsstellen informiert. Bevor ca. 50 Minuten vor der geplanten Startzeit die Besatzungen dann zu ihren "Maschinen" an die Flugzeugschutzbauten gefahren werden, läßt sich der Einsatzstabsoffizier in die Einzelheiten des geplanten Fluges einweisen. Nach mehreren Checks und der Eingabe der "Missiondaten" in den Bordcomputer, rollen die Einzelnen zu einem bestimmten Zeitpunkt zum Start.
Damit hierbei keine gefährlichen Situationen entstehen, werden alle Rollbewegungen im Flugbetriebsbereich sowie der Kraftfahrzeugverkehr vom Personal auf dem Kontrollturm koordiniert.
Ihnen obliegt auch die Erteilung der Start- und Landefreigaben sowie die Kontrolle der Flugbewegungen in unmittelbarer nähe des Flugplatzes. Bei schlechtem Wetter werden die an- und abfliegenden Flugzeuge jedoch von der Radarkontrollstelle der Flugbetriebsstaffel überwacht und geführt, so daß auch unter widrigen Bedingungen eine sichere Landung auf dem Heimatflugplatz gewährleistet ist. Dies alles geschieht unter den wachenden Augen der Fliegerhorstfeuerwehr, die ebenfalls der Flugbetriebsstaffel angehört. Diese Männer sind ständig einsatzbereit, um im Notfall Flugzeugbrände zu löschen und Besatzungen zu retten. Da diese Fälle, dank eines hohen Sicherheitsstandarts, zum Glück eher selten auftreten, werden die Feuerwehrmänner auch zur Nachbarschaftshilfe in den umliegenden Gemeinden z.B. bei größeren Bränden, der Schadensbekämpfung, bei Unwettern oder bei Moselhochwasser eingesetzt. Überwacht wird der tägliche Flugbetrieb im Geschwadergefächtsstand, der täglich rund um die Uhr besetzt ist. Hier laufen alle Fäden des Geschwaders sowie alle Kommunikationsmittel zu vorgesetzten Dienststellen zusammen. Von hier aus würde im Ernstfall die Alarmierung des Geschwaders durchgeführt und der Einsatz der Flugzeuge gesteuert werden. So trägt die Fliegende Gruppe, als eine der drei Säulen des Geschwaders, durch ständige Einsatzbereitschaft wesentlich zur Erfüllung des Auftrages unseres Verbandes bei.
|